Wie du COPA ROAS konkret in Google Ads einsetzt (praxisnah erklärt)

Einleitung: COPA ROAS verstehen reicht nicht – man muss ihn anwenden

Viele Unternehmen verstehen inzwischen, dass ROAS allein nicht ausreicht, um profitable Entscheidungen zu treffen. COPA ROAS ist die bessere Kennzahl – aber genau hier hakt es oft:

„Okay, verstanden. Aber wie nutze ich COPA ROAS jetzt konkret in Google Ads?“

Genau das klären wir in diesem Artikel. Schritt für Schritt, praxisnah und ohne unnötige Komplexität.


Schritt 1: Ermittel deinen echten Break-even (ohne Google Ads)

Bevor du irgendetwas in Google Ads einstellst, brauchst du eine ehrliche Antwort auf eine einfache Frage:

Wie viel darf mich ein Verkauf maximal kosten, damit ich keinen Verlust mache?

Dafür brauchst du keine perfekte Kalkulation, sondern eine realistische.

Rechne grob:

  • Verkaufspreis

  • minus Produktkosten / Dienstleistungskosten

  • minus Versand, Gebühren, Retouren (falls relevant)

👉 Das Ergebnis ist dein maximal erlaubter Werbekostenanteil pro Verkauf.

Beispiel:

  • Verkaufspreis: 120 €

  • Gesamtkosten: 75 €

  • Verfügbar für Ads: 45 €

Dieser Wert ist die Basis für alles Weitere.


Schritt 2: Leite daraus deinen COPA ROAS ab

Jetzt wird aus der Zahl eine Kennzahl.

COPA ROAS = Umsatz ÷ maximal erlaubte Werbekosten

Beispiel:

  • 120 € ÷ 45 € = 2,67

👉 Dein Ziel ist klar:

  • Unter 2,67 → Verlust

  • Ab 2,67 → Break-even

  • Über 2,67 → profitabel

Wichtig:
COPA ROAS ist kein Wunschwert, sondern ein betriebswirtschaftlicher Grenzwert.


Schritt 3: Übersetze COPA ROAS in ein Google-Ads-Ziel

Google Ads arbeitet nicht mit COPA ROAS, sondern mit:

  • tROAS (Ziel-ROAS)

  • oder tCPA (Ziel-CPA)

Option A: Mit Ziel-ROAS arbeiten (empfohlen bei stabilen Umsätzen)

Wenn du Conversion-Werte sauber erfasst:

  • Setze deinen tROAS leicht über dem COPA ROAS

  • Beispiel:

    • COPA ROAS: 2,67

    • tROAS in Google Ads: 280–300 %

👉 Warum höher?

  • Schwankungen

  • Tracking-Verluste

  • Sicherheitspuffer


Option B: Mit Ziel-CPA arbeiten (bei klaren Verkaufspreisen)

Wenn deine Produkte/Dienstleistungen:

  • feste Preise haben

  • ähnliche Margen besitzen

Dann kannst du auch direkt mit CPA arbeiten:

Ziel-CPA = maximal erlaubte Werbekosten pro Verkauf

Beispiel:

  • Max. Werbekosten: 45 €

  • Ziel-CPA: 40–45 €


Schritt 4: Vermeide den größten Fehler – zu früh optimieren

Ein sehr häufiger Fehler ist, COPA ROAS zu früh erzwingen zu wollen.

Gerade in der Anfangsphase gilt:

  • Google braucht Daten

  • Kampagnen müssen lernen

  • Performance schwankt

Wenn du den Ziel-ROAS oder Ziel-CPA zu streng einstellst:

  • limitiert Google die Ausspielung

  • Conversions bleiben aus

  • falsche Schlüsse werden gezogen

👉 Erst Daten sammeln, dann schärfen.


Schritt 5: Nutze COPA ROAS für bessere Entscheidungen – nicht für Panik

COPA ROAS ist kein Kontrollinstrument, um täglich Kampagnen abzuwürgen.

Sinnvolle Nutzung:

  • Kampagnen über mehrere Wochen bewerten

  • Trends erkennen

  • Skalierung planen

  • Produkte vergleichen

Nicht sinnvoll:

  • tägliches Ein- und Ausschalten

  • hektische Anpassungen

  • emotionale Reaktionen auf einzelne Tage


Schritt 6: Segmentiere nach Produkten & Margen

Ein großer Vorteil von COPA ROAS:
Du erkennst, welche Produkte wirklich skalierbar sind.

Praxis:

  • Produkte mit hohem COPA ROAS → aggressiver skalieren

  • Produkte knapp über Break-even → beobachten

  • Produkte unter COPA ROAS → stoppen oder neu positionieren

👉 So wird Google Ads zum Steuerungsinstrument – nicht zum Glücksspiel.


Schritt 7: Akzeptiere, dass COPA ROAS nicht statisch ist

COPA ROAS ist kein fester Wert für alle Zeiten.

Er verändert sich durch:

  • bessere Conversion Rates

  • höhere Warenkörbe

  • geringere Retouren

  • effizientere Prozesse

👉 Gute Ads verbessern nicht nur Kampagnen, sondern das gesamte Geschäftsmodell.


Typische Fehler beim Einsatz von COPA ROAS

Aus der Praxis sehen wir immer wieder:

  • COPA ROAS wird zu niedrig angesetzt („wir wollen maximalen Umsatz“)

  • COPA ROAS wird zu hoch angesetzt („wir wollen sofort maximalen Gewinn“)

  • Zielwerte werden ständig verändert

  • Es wird nur auf Ads geschaut, nicht auf den Shop oder das Angebot

COPA ROAS funktioniert nur, wenn:

  • das Geschäftsmodell mitgedacht wird

  • Geduld vorhanden ist

  • Entscheidungen datenbasiert getroffen werden


Fazit: COPA ROAS macht Google Ads steuerbar

COPA ROAS ist kein theoretisches Konstrukt.
Richtig eingesetzt, wird Google Ads dadurch:

  • ruhiger

  • planbarer

  • profitabler

ROAS zeigt Performance.
COPA ROAS zeigt, ob sich Performance lohnt.

Wer Google Ads langfristig skalieren will, sollte genau hier ansetzen.


Einordnung aus der Praxis

Aus unserer Erfahrung zeigt sich:
Unternehmen, die COPA ROAS konsequent nutzen, treffen bessere Entscheidungen – nicht, weil sie aggressiver optimieren, sondern weil sie klarer denken.


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